
Nicht sehr lange nach der Wende (Wiedervereinigung) machte mein Vater sich auf den Weg, um seine genealogischen Forschungen zu beginnen. Es ist ja nicht nur der Name Wintzer, der ihn vermuten ließ, dass wir vielleicht Wurzeln im Rheinland oder einem anderen Weinanbaugebiet hätten. Es ist einfach die Neugier gewesen, wie weit er den Stammbaum zurück verfolgen könnte.
Also schrieb er Archive an, besuchte Pfarrhäuser um Taufregister einzusehen, nahm Kontakt zu Wintzerverwandten auf, die er auf den ausladensten Ästen seines Stammbaumes entdeckte. Eine Erkenntnis, die seine Suche immer wieder bremste, waren die Folgen des 30 jährige Krieges. Brandschatzende Schweden ließen auch keine Pfarrhäuser aus. So endete irgendwann die Forschung.
So brachten seine Aktivitäten nicht nur Unmengen an Exceltabellen und später die Übertragungen in Stammbaumprogramme hervor. Er fand heraus, dass wir keinen Winzer im Stammbaum hatten, er fand nämlich einen Organist & Stadtschreiber mit dem Hang zum komponieren.
Jacob Wintzer komponierte im Jahr 1650 für Marie Elisabeth Jahns eine Motette zu ihrem Leichenbegängnis. Es liegt in gedruckter Form vor und mein Vater ließ es sich nicht nehmen, jemanden zu finden der es wieder erklingen läßt.
Ein Chor der Kirchenmusikschule Görlitz hat es aufgeführt und aufgenommen. Also schauen und hören wir mal rein.
